Halloween – eine vorchristliche keltische Tradition aus Irland

Der Oktober nähert sich seinem Ende, und wir entdecken neben den bunt werdenden Blättern allmählich auch wieder viele mit Kürbisgesichtern dekorierte Hauseingänge: Halloween steht vor der Tür. Doch woher kommt dieses Fest?  

Der ursprüngliche keltische Name des Festes war Samhain (gesprochen „sauwen) = „Vereinigung“.

Die Nacht zum 1. November hatte für die Kelten eine ganz besondere Bedeutung: zum einen stellte sie die Grenze zum Winter, zur dunklen Jahreszeit dar. Zum anderen war die Grenze zur „Anderswelt“, zur Totenwelt, in dieser Nacht durchlässig. Sie glaubten, dass sich die Seelen der Toten in dieser Nacht mit ihnen wiedervereinigten.

Der Name Halloween entstand etwa zwischen dem 7. und dem 9. Jahrhundert und ist eine Kurzform von „All Hallows Eve(ning)“ = Vorabend von Allerheiligen. Die frühe christliche Kirche wollte auf ihrem Vormarsch die Anhänger der alten Naturreligionen für ihre neue Religion gewinnen. Um leichter einen Zugang zu ihnen zu finden, wurden die alten heidnischen Feste mit einer christlichen Bedeutung versehen (was übrigens z.B. auch für Weihnachten und Ostern gilt). Also gab man dem Fest einen christlichen Sinn und machte es zum Ehrentag aller Märtyrer, Heiligen und Verstorbenen (Allerheiligen). Die alten Bräuche übernahm man in etwas abgewandelter Form.

halloween decorations
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Der Brauch, in dieser Nacht Süßigkeiten an Kinder zu verteilen, die von Haustür zu Haustür gehen, entstand aus einer christlichen Tradition aus dem Irland des 11. Jahrhunderts. Am Allerseelentag (Tag nach Allerheiligen) wurden kleine süße Brote an Bettler verteilt, die im Gegenzug versprachen, für die Seelen der Verstorbenen zu beten. Die Tradition der Kürbislaterne hat ihren Ursprung in der irischen Legende des Jack O’Lantern. Dieser entkam durch eine List der Hölle, ihm blieb aber aufgrund seines schändlichen Lebenswandels auch die Tür zum Himmel verschlossen. So war er dazu verdammt, ewig zwischen Hölle und Himmel zu wandern. Er trug dabei eine glühende Höllen-Kohle, die ihm der Teufel wütend hinterher geworfen hatte, in einer ausgehöhlten Rübe, um seinen Weg zwischen Himmel und Hölle zu beleuchten. Die Menschen stellten in der Nacht zu Allerheiligen ausgehöhlte, beleuchtete Rüben vor ihre Häuser, um die Geister glauben zu lassen, in diesem Haus befinde sich bereits eine verdammte Seele, und sie damit zum Weiterziehen zu bringen.

Die aus Irland stammende Tradition wurde im 19. Jahrhundert von irischen Auswanderern in die USA gebracht, wo sich das Fest nach und nach in seine heutige Form verändert hat. Weil in den USA im 19. Jahrhundert eher Kürbisse als Rüben verbreitet waren, entstand hier die Kürbislaterne als typisches Halloween-Attribut und ersetzte die Rübe.

Das heutige Halloween ist eine Mischung aus heidnischem und christlichem Brauchtum, das inzwischen weltweit besonders auch von Kindern gerne gefeiert wird.

three cupcakes on brown wooden table
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