Rheinische Weihnachtsbräuche

Zahlreiche Bräuche – mehr als zu jedem anderen Fest – gibt es in der Weihnachtszeit, die sich teilweise seit dem Mittelalter entwickelt haben und von Region zu Region verschieden sind.

Mit der Vorweihnachtszeit beginnt die ruhige, besinnliche Zeit im Jahr. Leider sind diese Wochen heute aber oft so voller Trubel und Termine, dass die alten Bräuche immer mehr verloren gehen.

Mit dem ersten Adventssonntag beginnt meist langsam die Vorbereitung auf das Fest. Adventskranz binden, Lieder singen, Krippen schauen, das erste Dekorieren der Wohnung und natürlich das Aussuchen und Schmücken eines Tannenbaums. Der Weihnachtsbaum ist DAS Symbol der Weihnachtszeit. Seinen Ursprung hatte er übrigens als „Paradiesbaum“ im kirchlichen Krippenspiel des Mittelalters und zog dann ab Mitte des 19. Jahrhunderts als geschmückter Baum, wie wir ihn heute kennen, zum Weihnachtsfest in deutsche Wohnzimmer ein.


Aus der Christmette zurück, unterm Weihnachtsbaum sitzend, singt man im Rheinland gerne „Chreßdaachleedcher“ (Weihnachtslieder) oder lauscht den Klängen der „Kölschen Weihnacht“, mit Weihnachtsliedern von Bläck Fööss, Höhner und Räuber.

Als Festmahl wird im Köln-Bonner-Raum an Heiligabend auch mal „Rheinischer Sauerbraten“ serviert, der durch weihnachtliche Gewürze, Klöße, Rotkohl und Apfelmus zu einem herrlichen Festessen wird. Und was trinkt man dazu? Na klar: Kölsch. Für manch einen sicher eher ungewöhnlich zu solch einem Anlass. Aber für eingefleischte Rheinländer, gibt es keinen Anlass, zu dem ein kühles Kölsch nicht passen könnte. Und zugegeben, auch wir Bonner trinken gerne das Bier aus unserer Nachbarstadt. 😉


Die nächsten beiden, typisch rheinischen Weihnachtsbräuche, sind heute leider fast in Vergessenheit geraten.

Der „Stollen zu Weihnacht“ – oder auf Bönnsch: „Stolle zu Weihnacht“ – war ein besonders schmackhaftes Korinthenbrot in länglicher Form, dass es in Art und Form nur zu diesem ganz besonderen Fest gab. Es gehört zu den „Gebildebroten“, die noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts im Rheinland zu besonderen Anlässen gebacken und gerne auch verschenkt wurden. Stollen, Kränze, Hirsche, Männchen – jeder Dialekt hatte dafür eine passende Bezeichnung parat. Ein heutzutage vor allem bei Kindern noch sehr beliebtes Gebildebrot, ist der Weckmann zu Sankt Martin.

Das „Strohhalmlegen“ oder auch „Krippe füllen“ zur Adventszeit. Eine leere Krippe wurde im Haus aufgestellt. Kinder bekamen für ein gesprochenes Gebet oder gute Taten, wie etwa Hilfe im Haushalt oder gute Schulnoten jeweils einen Strohhalm „als Belohnung“, den Sie dann in die Krippe legen durften. Schließlich wurde daraus eine Krippe für das Jesuskind.

Und nun zu guter Letzt, wusste schon Papa Hoppenstedt: „Jetzt wird erst der Baum fertig geschmückt, dann sagt Dicki ein Gedicht auf, dann holen wir die Geschenke rein …“

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