Die Geschichte des „Wieverfastelovend“ | Ein echtes „Beueler Original“

Jetzt fragt ihr euch sicher, wie „Beueler Original“?! Solch eine bekannte Tradition soll nicht aus der Karnevalsmetropole Köln kommen?

Aber ja, die Wiege des „Wieverfastelovend“ (Weiberfastnacht) steht im Bonner Stadtteil Beuel. Hier gab es vor fast 200 Jahren eine Frauenbewegung, die sich gegen die Dominanz der Männer auflehnte.

Auch wenn in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Situation keine der traditionellen Veranstaltungen an Weiberfastnacht und den restlichen Tagen der diesjährigen Session stattfinden, möchten wir euch dennoch ein wenig über die Geschichte dieser schönen Tradition erzählen.

Aber fangen wir mal vorne an..


Wie alles begann

Es ist Karnevals-Donnerstag 1824: Die Beueler Wäscherinnen (die Damen der Wäschereien in Bonn-Beuel) arbeiteten wie an jedem Tag, während ihre Männer ganz selbstverständlich Karneval feierten.

Das wollten sie nicht länger hinnehmen. Und so verabredeten sie sich, um bunt verkleidet gegen die Dominanz der Männer zu protestieren und an diesem Tag nicht nur ihre Wäsche, sondern auch ihre Männer in die Mangel zu nehmen.

Die Tradition des „Wieverfastelovend“ war geboren und so reißen die „Beueler Wiever“ seit diesem Karnevals-Donnerstag im Jahre 1824 jedes Jahr die Herrschaft an sich.


Aus dieser Bewegung heraus gründete sich das „Alte Beueler Damenkomitee von 1824 e.V.“, deren Mitglieder bis heute die Geschichte und Tradition bewahren. Somit konnte sich die Weiberfastnacht über die Jahrhunderte zu seiner heutigen Form entwickeln.

Heute begeht man den Tag – den ernsten Hintergrund der Entstehung im Hinterkopf – eher „karnevalistisch-spaßig“, mit Rathaussturm, Umzug und den typischen Mädchensitzungen.

An diesem Tag ist ganz Beuel außer Rand und Band. Der traditionelle Weiberfastnachtszug – zu Ehren der Wäscherprinzessin, denn der Karnevals-Donnerstag ist traditionsgemäß ihr großer Tag – geht mit jeder Menge „Kamelle“ quer durch Beuel und endet am Rathaus. Dort angekommen, „stürmt“ die Wäscherprinzessin mit Hilfe ihrer Wäscherinnen und dem Beueler Stadtsoldaten-Corps „Rot-Blau“ von 1936 e.V. jedes Jahr das Beueler Rathaus und übernimmt dort bis Aschermittwoch das Zepter.

Im Anschluss feiern die „Wiever“ auf den Mädchensitzungen noch bis spät in die Nacht hinein..


Zum Abschluss noch einer kleiner Tipp:

Für alle, die sich denken „so ganz ohne Sitzung ist ja doch kein Karneval“ gibt es am Karnevalssonntag, 14.02.2021 ab 11:11 Uhr auf www.kamelle.de die GA-Online Sitzung, mit einem kleinen, aber feinen Programm. Infos vorab.

Wir schicken euch ein „leises“ Alaaf aus Bonn!

Willi Ostermann – Rheinlandmädel (Und sollt ich im Leben ein Mädel mal frei’n)

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