Weltbienentag

Ein Leben ohne Bienen ist für uns unvorstellbar!

Anlässlich des heutigen Weltbienentags, haben wir ein spannendes Interview mit Margit Durch geführt. Margit ist mit voller Leidenschaft Hobby-Imkerin in Alfter und sie hat die perfekten Antworten auf unsere Fragen geliefert.

Welche Bedeutung haben Bienen für die Umwelt und somit auch für uns?

„Bienen sind Bestäuber und damit hauptverantwortlich für ertragreiche Ernten. Sie sorgen für den Erhalt vieler Pflanzen und somit der Nahrungsgrundlage vieler Tierarten. Indirekt sichern sie damit auch die Artenvielfalt im Tierreich. Unsere Honigbiene (Apis mellifera) bestäubt rund 80 % der Nutz- und Wildpflanzen. Hummeln, Wildbienen und Co. übernehmen die restlichen 20 % – sie ist damit das drittwichtigste Nutztier (nach Schwein und Rind). Die Welt würde ohne Bienen sehr viel von ihrer Artenvielfalt einbüßen und weniger bunt sein.“

Kannst Du uns Ursachen sowie Folgen für das Bienensterben nennen? Und nimmst Du selbst bereits Auswirkungen wahr?

„Für das Bienensterben gibt es mehrere Gründe, wovon die größte Bedrohung die Varroamilbe ist. Sie ist der Grund warum es bei uns in Europa keine dauerhaft wildlebenden Honigbienen mehr gibt. Wir Imker/-innen können durch gezielte Maßnahmen jedoch erfolgreich dagegen ankämpfen. Dazu kommen noch die Veränderungen in der Natur, hervorgerufen u.a. durch Pestizide, Monokulturen und vieles mehr, die den wildlebenden Bienen besonders zusetzen. Mein Großvater kannte die Probleme mit der Varroamilbe noch nicht. Ich bin als Imkerin sozusagen damit aufgewachsen und habe gelernt, mit ihr umzugehen. Probleme mit Pestiziden haben wir aufgrund unserer Lage bislang noch nicht.“

Wie können wir persönlich gegen das Bienensterben vorgehen?

„Neben vielfältigen Bestrebungen von öffentlicher Seite kann auch jeder einzelne etwas für den Erhalt von Wild- und Honigbienen tun. Im eigenen Garten kann man die Bienen schon mit den richtigen Pflanzen und somit einem vielfältigen Nahrungsangebot unterstützen. Es gibt inzwischen sogar eine kostenlose App, die uns über insektenfreundliche Pflanzen informiert. Auf die Verwendung von Pestiziden sollte zugunsten umweltfreundlicher und natürlicher Methoden verzichtet werden. Der Bau von Insektenhotels bietet zusätzlich Nistplätze und Unterschlupf für verschiedene Insekten. Wer es dabei nicht belassen möchte, der kann sich intensiv mit der Imkerei beschäftigen und Imker/-in werden und so zum Erhalt der Honigbienen beitragen. Imkern kann man sowohl auf dem Land im eigenen Garten, aber auch in der Stadt, z.B. auf dem Balkon. Weiterführende Informationen findet man im Internet und den regionalen Imkervereinen.“

Seit wann bist Du Imkerin, wie kamst Du zu dem Beruf bzw. Hobby und welche Produkte verkaufst Du?

„Ich bin seit 14 Jahren leidenschaftlich (Hobby-) Imkerin (in dritter Generation) und bin durch meinen Vater zu den Bienen gekommen. Eigentlich konnte ich gar nicht anders. Inzwischen imkert auch einer meiner Söhne mit wachsender Begeisterung. Als Ausgleich für einen Bürojob ist die Imkerei bestens geeignet. Unsere Bienenvölker stehen am Rande des Kottenforstes in Alfter – umgeben von sehr viel Natur, in der sich dieses immer wieder spannende und entspannende Hobby sehr gut ausüben lässt. Wir ernten zweimal im Jahr leckeren Wald- und Blütenhonig, über den sich Freunde und Kunden gleichermaßen freuen – wir uns natürlich am meisten. Wir bieten Honig im Glas, aber auch ganz natürlich in der Wabe an. In der Adventszeit gibt es außerdem weihnachtliche Sorten wie Honig mit Marzipan, Zimt oder Ingwer. Durch einen eigenen Wachskreislauf produzieren wir zudem unser eigenes Bienenwachs. Weitere Infos findet ihr auf unserer Homepage oder auf der Facebook Seite der Imkerei Margit Durch.“

Vielen Dank für das Interview. Wir haben uns sehr gefreut!

Kommentar verfassen